08/02/2024

Pauschalsystem (Forfettario), Voraussetzungen

Mit Beginn des Jahres und nach den kürzlich eingeführten Neuerungen ist es ratsam die Voraussetzungen zu überprüfen, welche es ermöglichen das Pauschalsystem, auch im Steuerjahr 2024, beizubehalten oder erstmals darauf zuzugreifen.

Zugang zur Pauschalregelung haben natürliche Personen, die bereits eine unternehmerische Tätigkeit ausüben, oder Personen, die eine unternehmerische oder freiberufliche Tätigkeit beginnen möchten, sofern im Vorjahr gleichzeitig folgende Voraussetzungen erfüllt werden:
  • Einnahmen oder Einkünfte von höchstens 85.000 Euro pro Jahr;
  • Ausgaben von maximal 20.000 Euro brutto für lohnabhängige Mitarbeiter, Beschäftigte und Ge-legenheitsarbeitern;

Ausschlussgründe von der Pauschalbesteuerung sind folgende:
  • Beteiligung an Personengesellschaften, Berufsverbänden oder Familienunternehmen, so-wie an Kapitalgesellschaften unter bestimmten Bedingungen;
  • der Erhalt von Einkommen aus lohnabhängigen Arbeitsverhältnissen und gleichgestellten Einkünften von mehr als 30.000 Euro (wenn das Arbeitsverhältnis im Vorjahr nicht be-endet wurde)
  • die Ausübung der Tätigkeit überwiegend gegenüber Arbeitgebern, mit denen Arbeitsver-hältnisse bestehen oder mit denen in den zwei vorangegangenen Besteuerungszeiträumen Arbeitsverhältnisse bestanden haben (oder gegenüber direkt oder indirekt mit ihnen ver-bundenen Personen)
  • die Anwendung spezieller Mehrwertsteuerregelungen (Tabakverkauf, Verlagswesen, Haustürverkäufe);
  • Haupttätigkeit im Bereich des Verkaufs von Gebäuden, Baugrundstücken oder neuen Transportmitteln;

Die Pauschalregelung ist ab dem Folgejahr, nachdem die Zugangsvoraussetzungen nicht mehr erfüllt werden oder einer der Ausschlussgründe eintritt, nicht mehr anwendbar; falls jedoch die Schwelle von 100.000 Euro für Einnahmen/Einkünfte überstritten wird, endet die Regelung bereits im laufenden Jahr und man wird vom Pauschalsystem ausgeschlossen - für Einnahmen/Einkünfte die diese Schwelle überschreiten ist die Mehrwertsteuer unmittelbar geschuldet und die ordentliche Besteuerung nach IRPEF erforderlich.

 
 
 
 
 
 
 
Teilen. Empfehle diese News deinen Freunden weiter.
 
 
 

Ihr Ansprechpartner

 
 

Andrea Pircher

Wirtschafts-, Rechnungsprüfer und Steuerberater
Stabstelle Buchhaltung und Steuerberatung
Sitz: Bozen
 
T: 0471 310 311
E-Mail:
 
 
 
 
 

Das könnte Sie auch interessieren
 

26/02/2024

Register der wirtschaftlichen Eigentümer, Wirksamkeit vom TAR ausgesetzt

Das Regionale Verwaltungsgericht Latium hat den Rekurs eines Interessensverbands stattgegeben und die Wirksamkeit des Dekretes des Ministeriums für Unternehmen und Made in Italy, mit der Durchführungsbestimmung für die Übermittlung der Daten des ...
 
 

22/02/2024

Größenkriterien für Unternehmen und Neues von Enasarco

Eine kürzlich erlassene EU-Richtlinie aktualisiert die Größenkriterien für Unternehmen. Die neuen Kriterien unterscheiden zwischen Mikro- und Kleinstunternehmen, mittelgroßen und großen Unternehmen. Sie  sind abhängig von der Bilanzsumme, dem ...
 
 

19/02/2024

Rechnungen des Vorjahres und MwSt.-Abzug

Für Transaktionen, welche im zweiten Halbjahr durchgeführt wurden und deren Rechnungen im folgenden Jahr eingegangen sind, gilt für den MwSt.-Abzug eine Sonderregelung, die sogenannte „retro-detrazione“ (wie schon in den Vorjahren), um die MwSt ...
 
 

15/02/2024

„Verspätete“ Steuererklärungen noch bis zum 28. Februar

Die nicht fristgerechte Abgabe der Einkommensteuererklärung/IRAP-Erklärung 2023 (betreffend Steuerjahr 2022), welche innerhalb 30. 11.2023 eingereicht werden sollte, kann bis zum 28. Februar 2024 durch die Einreichung einer „verspäteten“ Erklärung ...
 
 
 
Kontaktiere uns